Independent Days 2026

And the Winner is …
 
Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Independent Days wurde ein Filmpreis geteilt. Die Mitglieder des Presseclubs entschieden sich für zwei Filme, die unterschiedlicher nicht sein können. Medienpreisträger 2026 wurden Solveigh Tews (auf dem Foto rechts) mit ihrem Kurzfilm „No more Stolen Sisters“ und die Filmemacher Ali Ziani und Ian Shersby (links)  für den Film „Forty Days Road“. Die mit insgesamt 1.000 Euro dotierten Medienpreise wurden überreicht von Irmgard Duttenhofer (2.v.r.), der Vorsitzenden des Presseclubs Karlsruhe.
Foto: Jürgen Rösner fugefoto

Bühnentalk bei der Preisverleihung (v.l.n.r.): Festivalleiter Oliver Langewitz, Presseclub-Vorsitzende Irmgard Duttenhofer und Moderatorin Nadine Knobloch
Foto: Jürgen Rösner fugefoto

Die Laudatio zum Film No more Stolen Sisters:

Es sind rote Kleider, die in Bäumen, an Masten und in Fenstern hängen und abstrakten Zahlen ein Gesicht geben. Nämlich den Frauen und Mädchen, die in Kanada verschleppt, umerzogen oder getötet wurden, weil sie einer Minderheit angehören. 

Allesamt Indigene Menschen, die ihrer Identität beraubt, deren Sprache und Kultur verboten, deren Forderung nach Gerechtigkeit ignoriert wurde und immer noch ignoriert wird.

Das bestätigt eine Untersuchung aus dem Jahr 2019.

Wenn die junge Filmemacherin Solveigh Tews den Finger in die Wunde legt, dann sieht man buchstäblich rot.

Und trotzdem zeigt dieser dokumentarische Kurzfilm alle Emotionen auf eine ruhige, sachliche Art. Er schafft eine Stimmung, die Erinnerungen und Trauer spürbar machen und zulassen.

Die Laudatio zum Film Forty Days Road:

„You can not help“. Dieses Fazit von Ali und Ian im Film „Forty days Road“ brennt sich in das Gedächtnis der Zuschauer ein.

Und doch: Sie können mit ihrer Arbeit helfen, indem sie ein Tierschutz-Verbrechen dokumentarisch nachzeichnen, das normalerweise verborgen bleibt.

Es geht um die qualvolle Reise tausender Kamele, die zum Schlachten aus dem Sudan nach Ägypten transportiert werden.

Der Film zeigt, wie die Kamele geschlagen, getreten, verletzt und gequält werden. Wir hören Schmerzensschreie und sehen die verzweifelten Blicke der Tiere.

Es sind diese gequälten Kreaturen, die im Zentrum des Geschehens stehen. Wenig Dialog, keine versöhnlichen Momente. Nur rohe Gewalt.

Genau so, wie es die Tiere auf ihrer langen Reise erleben.

Ali und Ian haben eine schockierende Dokumentation auf die Leinwand gebracht, die brutal ehrlich ist – und es deshalb verdient, gesehen zu werden.

Impressionen zum Festakt

Die Gründungsgeschichte des Presseclubs ist eng mit dem Verlagshaus der Badischen Neusten Nachrichten verbunden. Für den kurzfristig verhinderten Verlagsleiter erinnerte Redaktionsleiter Stefan Proetel an die Vergangenheit und verwies auf die Zukunftsaufgaben.“Eine solch lange Zeit geht nicht ohne Veränderungen. Weder für den Verlag, noch für den Presseclub.“
An die Bedeutung der freien Presse für Karlsruhe erinnerte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.
Johannes von Dohnanyi hat in seinem Berufsleben viele Aufgabn gemeistert. Er war unter anderem Redakteur, Journalist, Kriegsberichterstatter. „Früher wurden wir auf unsere Kriegseinsätze vorbereitet. Heute werden die jungen Leute über den Krisengebieten abgeworfen.“ Deshalb sieht er als Dozent seine Aufgabe darin, die Branchenneulinge optimal auf ihren Beruf vorzubereiten.
Der Institutsleiter selbst sorgte für den musikalischen Rahmen der Feierstunde: Professor Jürgen Christ
„Privilegien, wie wir sie heute für ganz selbstverständlich erachten, fallen nicht vom Himmel. Sie mussten blutig erstritten werden“, erinnerte Professor Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, an Grundwerte wie Presserecht und Pressefreiheit.
Ambiete, Beleuchtung, Catering – alles außergewöhnlich. Für den stimmungsvollen Rahmen sorgte die Hochschule für Musik im Wolfgang-Rihm-Saal, für die Bewirtung Mitglieder des Vereins der Köche Karlsruhe.
Gespannt verfolgte das Publikum das kurzweilige Festprogramm.
Alle Akteure auf einen Blick (v.l.): Moderator Oliver Langewitz, Comedian Susi Pemmerl, Oberbürgermeister Frank Mentrup, Presseclub-Vorsitzende Irmgard Duttenhofer, Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth, Journalist Johannes von Dohnanyi und Markus Schneider, stv.Vorsitzender des Presseclubs Karlsruhe e.V.
Festredner Stephan Harbarth, Präsident des Bundesverfassungsgerichts (Bildmitte), freut sich das Gastgeschenk, überreicht von Irmgard Duttenhofer und Markus Schneider.

Fotos: Michaela Roth, Sabine Rehmann, Fritz Bechholz

Stefan Proetel beim Presseclub

Zog alle Blicke auf sich: Stefan Proetel (rechts), Leiter der BNN-Lokalredaktion Karlsruhe, stand den Mitgliedern des Presseclubs Rede und Antwort. Der Henri-Nannen-Preisträger war vor zwei Jahren vom Mannheimer Morgen zu den Badischen Neusten Nachrichten gewechselt. Seither gestaltet er die Neuausrichtung des Verlagshauses aktiv mit.

v.l.n.r. Rüdiger Homberg, Ulrich Krawutschke, Irmgard Duttenhofer, Markus Schneider und Annette Diringer. Foto: Cordula Schulze

Nachbericht „Die zerrissenen Staaten von Amerika“

Er war spannend und hoch aktuell, dieser Blick nach Amerika auf „Die zerrissenen Staaten“. Arthur Landwehr hat sein gleichnamiges Buch mit viel Engagement und hoher Fachkenntnis präsentiert. Die beiden Veranstalter, Presseclub Karlsruhe und Stephanus-Buchhandlung, freuten sich über eine ausgebuchte Veranstaltung und die Diskussionsfreude  der Gäste. Moderatorin Irmgard Duttenhofer lenkte den Blick zunächst auf die aktuellen Themen: die Vorwahlen, die Kandidaten, die Strategien. Danach berichtete der Autor über die Erstürmung des Kapitols, die Alltagssorgen der Amerikaner, ihre Begeisterung für Waffen und ihre Vorliebe für Gen-Tests. Das Buch zitiert viele persönliche Meinungen, die Arthur Landwehr bei Interviews gesammelt hat. Er war über zehn Jahre lang für SWR und ARD als Auslandskorrespondent in Washington tätig.
Foto: Kirsten Etzold

Nachbericht „Besuch beim KSC mit Führung durch das neue Stadion“

Mit unserem Besuch beim Karlsruher Sportclub ging unsere „Spielzeit“ für das Jahr 2023 zu Ende. KSC-Pressesprecher Michael Wolf war ein toller Gesprächspartner. Wir haben die Arbeitsbereiche und die Arbeitsbedingungen kennengelernt. Einige von uns saßen auf der Trainerbank, andere in den Clubsesseln des VIP-Bereiches und alle auf den Stühlen, die den Sportjournalisten bei den Pressekonferenzen vorbehalten sind. Der neue Rasen, die Zuschauerränge, man konnte die Atmosphäre spüren.

Nachbericht „Frühstücksgespräch im Filmboard Karlsruhe“

Die Stimmung muss passen, eine Grundanspannung sollte vorhanden sein und die Statements zwar präsent aber nicht auswendig gelernt wirken. Das waren einige Kernaussagen, die wir bei Dr. Oliver Langewitz und Nadine Knobloch erfahren haben. Im Filmboard Karlsruhe sind Profis am Werk. Das zeigt der Blick hiner die Kulissen ganz deutlich.

Technisch versiert, handwerklich fit, zwischenmenschlich ohne Frage das Traumpaar – für alle geübten und ungeübten Menschen, die sich vor der Kamera präsentieren wollen, ein Glücksfall. Wir haben bei unserem Studiobesuch wertvolle Einblicke erhalten. Zwischen Clubsessel, Teleprompter und Fernsehkamera gibt es weit mehr zu bedenken, als gemeinhin angenommen.

Nachbericht „Führung auf dem Energieberg“

Der Energieberg rief und wir sind dem Ruf gefolgt. So konnten wir regenerative Energieanlagen wie Windmühlen, die Photovoltaikanlage und die Deponiegasnutzung aus der Nähe begutachten und viel Wissenswertes erfahren. Außerdem durften wir die Gastfreundschaft der Stadtwerke im Sonnenpavillon genießen. Vielen Dank für den Einblick und den Ausblick auf Schwarzwald, Vogesen und Pfälzer Wald, auf Karlsruhe und Umgebung.

Schlaraffenland in Händlerhand

In eine bunte Welt der Vielfalt und Frische taucht ein, wer den Großmarkt in Karlsruhe besucht. Dort erwartet den Besucher ein schier unerschöpfliches Angebot an heimischen bis hin zu expotischen Waren, die für den Wiederverkauf bestimmt sind. Eine Qualität und Quantität, die an das märchenhafte Schlaraffenland erinnert.

Dabei ist morgens um 6 Uhr der Verkauf bereits weitgehend abgeschlossen. Auf den Verkaufsflächen ist Ruhe eingekehrt, als Mitglieder des Presseclubs Karlsruhe durch die Markthallen schlendern. Die Kunden haben längst ihre Lieferwagen bestückt und sind auf dem Weg zu ihren Verkaufsständen auf  den Wochenmärkten und in ihre Einzelhandelsgeschäfte. Dort können wenig später die Endverbraucher die Qualitätsware vom Großmarkt kaufen: Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Spezialitäten, Blumen. Die hohen Stapel an leeren Transportbehältern lässt bereits erahnen, welche logistische Meisterleistung hier bereits Stunden zuvor erbracht wurden. Axel Pallmer und Armin Baumbusch führen die Gruppe durch Markthallen und Freigelände. Es riecht angenehm nach frischer Ware, alles ist ansprechend dekoriert und sauber präsentiert. Nichts weist darauf hin, dass noch kurze Zeit zuvor in diesen Räumen buchstäblich „der Bär steppte“. „Hat es sich gelohnt, so früh aufzustehen?“ Die Antwort auf die Frage von Marktamtsleiter Baumbusch an die Besuchern fällt einstimmig aus: „Es hat sich gelohnt.“

Abschlussgespräch im Besprechungszimmer des Blumengroßmarkts